Die-Gen eration-Z

Christian Scholz Gedanken und Materialien zur Generation Z



 

Desk-Sharing für Gen-Z

von pc am 23. Juni 2014

Dieser Eintrag stammt von Yasmina Houari, Michael Clemens und Manuel Brückner

 

Desk-Sharing ist eine Form der Arbeitsplatzgestaltung, bei der es weniger Arbeitsplätze als Mitarbeiter gibt. Die Mitarbeiter teilen sich die Arbeitsplätze mit ihren Kollegen und haben keinen festen Arbeitsplatz. Sie wählen täglich ihre neue Arbeitsstätte. Somit werden die Büroräume effizient genutzt und der Flächenbedarf an Büroräumen wird reduziert.

Entstehung und Entwicklung

Das Desk-Sharing Prinzip ist in den späten 80er und frühen 90er Jahren in einigen Unternehmen eingeführt worden, allerdings wurde es  zu diesem Zeitpunkt von einem Großteil der Arbeitnehmer nicht angenommen. Das lag insbesondere an der fehlenden Bereitschaft zur individuellen und unabhängigen Arbeit, die sich erst mit der Generation Y entwickelt hat und mit der Generation Z noch intensiviert wird. Denn ein ständig wechselnder Arbeitsplatz bedeutet auch, sich ständig an ein neues Umfeld gewöhnen zu müssen und keinen kontinuierlichen Austausch mit seinem Team haben zu können. [1] Genau das sind einige der Schlüsseleigenschaften der Generation Z. Die Notwendigkeit nach einem festen Arbeitsbereich ist durch ihre Forderung nach Flexibilität praktisch abgeschafft, sodass ein flexibler Arbeitsplatz –  sei es im Unternehmen, unterwegs, oder zu Hause – eine wesentliche Komponente in den Anforderungen der Generation Z ist.

Was ist Desk-Sharing?

Desk-Sharing ist eine Organisationsform, die es ermöglicht den Grundbedarf an Büroräumen zu reduzieren und optimal zu nutzen. In vielen Unternehmen, insbesondere in denen mit Vertriebsaktivitäten, werden  Schreibtische nur zu 50-70% besetzt, dadurch ergibt sich eine große ungenutzte Bürofläche, für die trotzdem Betriebskosten anfallen. Da die Büroräume auch aufgrund der anfallenden Beschaffungs- oder Mietkosten häufig einen hohen Teil der Unternehmensaufwendungen ausmachen, gibt es hier bei einer effizienten Nutzung ein großes Einsparungspotenzial. Eine auf den Tagesbedarf ausgerichtete Verteilung der Arbeitsplätze hat dabei den Vorteil, dass ungenutzte Arbeitsplätze auf einen Bereich konzentriert werden, dadurch fallenkeine Kosten für Strom, Heizung, oder tägliche Reinigung an. Sind Arbeitsplätze dauerhaft nicht besetzt, so kommt auch die Verkleinerung der Büroräume (durch Umzug oder Anmietung weniger Bürofläche) infrage. In Folge dessen lassen sich die laufenden Kosten erheblich reduzieren. [2]

Der Desk-Sharing Ansatz setzt voraus, dass die Arbeitsflächen zu jeder Zeit und mit minimalem Aufwand geräumt werden können, da sonst das tägliche Wechseln des Arbeitsplatzes zu viel Arbeitszeit in Anspruch nehmen würde. Personalisierte Arbeitsplätze in Form von Dekorieren mitsamt persönlichen Wertgegenständen sind demnach kaum noch im Büro zu finden. Als Nachfolger der Generation Y, der ersten Generation der „Digital Natives“, ist es die Generation Z gewohnt, mit mobilen Geräten umzugehen. Somit habe sie ihren Arbeitsplatz in Form eines Laptops, Tablet PCs und Smartphones immer dabei und können zu jeder Zeit von jedem Ort aus die gleiche Arbeitsproduktivität abrufen. [3]

Vorteile und Chancen

Durch die Anforderungen der Generation Z ist es von großer Bedeutung, die aktuelle Arbeitswelt zu verändern und den gegebenen Umständen anzupassen. Die sich seit den 80er und 90er etablierende Organisationsform Desk-Sharing ist ein optimales Modell für den heutigen und zukünftigen Arbeitsmarkt. Der Grund hierfür liegt in einer hohen Übereinstimmung der Merkmale des Desk-Sharing Ansatzes mit der Einstellung und den Anforderungen der zukünftigen Arbeitnehmer. Die grundlegende Übereinstimmung besteht darin, dass die Generation Z eine neue Arbeitswelt fordert. Das Prinzip des Desk-Sharing kann diesen Ansprüchen durch das Abverlangen neuer Denkweisen und den Umgang mit moderner und technischer Ausstattung gerecht werden. Der durch das Desk-Sharing hauptsächlich erreichte Vorteil der Flexibilität spiegelt einen zentralen Punkt des Begehrens der Generation Z wider. Erreicht wird diese Flexibilität in räumlicher, zeitlicher und persönlicher Hinsicht. Die Generation Z bekommt damit die Möglichkeit, zu arbeiten, wann und wo sie möchte, sofern die gegebenen Rahmenbedingungen eingehalten werden, was dem Ziel der Lebenslustmaximierung stark entgegenkommt. Das eigene Büro spielt also keine Rolle mehr, eine „Sinnhaftigkeit“ der eigenen Aufgaben wird als wichtiger angesehen als Statussymbole. Die Kommunikation mit Kollegen auf freundschaftlicher Basis ist durch soziale Netzwerke uninteressant geworden, da ohnehin die eigenen Ziele im Mittelpunkt stehen und es sich bei der Generation Z nicht mehr um Teamplayer handelt. [4][5]

Nicht nur die Bindung zu den Arbeitskollegen ist nicht mehr von großer Bedeutung, sondern auch die Zeit bei der Arbeit wird eher als Pflicht angesehen, der auch ausreichend und ausgleichende Freizeit gegenüberstehen muss (Work-Life-Balance). Dabei ist wichtig, dass das Arbeits- und Privatleben strikt getrennt wird. Somit ist die Verbundenheit zum Arbeitgeber im Berufsleben der Generation Z nur sehr schwach bis gar nicht ausgeprägt. Umso wichtiger wird die Gestaltung der Arbeitsumgebung,  die ein wichtiger Faktor für Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens darstellt, da sie die Arbeitsatmosphäre und damit die Produktivität der Arbeitnehmer beeinflusst. Die Anpassung des Arbeitsplatzes an die Wünsche und Forderungen der Arbeitnehmer fördert die Motivation und könnte somit doch noch einen positiven Schub zur Bindung an das Unternehmen geben. Wird der Generation Z also eine Plattform geboten, auf der sie sich gemäß ihren Wünschen und Forderungen frei entfalten kann, wird durch Desk-Sharing eine Bindung an das Unternehmen gefördert, die Motivation gesteigert, der Fluktuation entgegengewirkt und somit die Arbeitswelt auf eine neue Generation von Arbeitnehmern ausgerichtet.

Literatur

  • Kerstin Bund: Glück schlägt Geld. Generation Y: Was wir wirklich wollen. Murmann, Hamburg 2014.
  • Kerstin Bund, Uwe Jean Heuser und Anne Kunze: Generation Y: Wollen die auch arbeiten? In: Die Zeit. Nr. 11, 7. März 2013
  • Christian Scholz: Das neue Szenario im Berufsleben. In: Spieler ohne Stammplatzgarantie. Darwiportunismus in der neuen Arbeitswelt. Wiley-VCH, Weinheim 2003, (ursprünglich erschienen in WISU. 10/99; PDF; 114 KB)
  • Eva Windisch und Niclas Medman: Understanding the digital natives. In: Ericsson Business Review. 1/2008, S. 36–39 (217 KB)
  • [3] Fraunhofer IAO (2012). OFFICE21 – Forecast 2025 / Thesen zur Arbeitswelt der Zukunft

Siehe auch

Weblinks

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