Die-Gen eration-Z

Christian Scholz Gedanken und Materialien zur Generation Z



 

Egoismus von Gen-Z

von pc am 23. Juni 2014

Dieser Eintrag stammt von Stefanie Maßner, Jutta Hermann und Theresa Höhn

 

Egoismus, von dem lateinischen Wort „Ego“= „Ich“ abgeleitet, ist eines der Hauptmerkmale der Generation Z. Dies ist auch an der synonymen Bezeichnung „Generation me“ im amerikanischen Raum sehr gut erkennbar. Unter Egoismus wird u. a. Eigenliebe, Eigennutz, Ichbezogenheit, Narzissmus und Selbstbezogenheit [4] verstanden, welche in allen Lebensbereichen der Generation Z wieder zu finden sind. Der Egoismus in der Generation Z zeigt sich besonders im Arbeitsleben und dem Umgang mit dem Arbeitgeber. Sie nutzt in hohem Maße digitale Medien, um effizient zu arbeiten und sich möglichst viel Freizeit zu generieren sowie im Privatleben, um sich selbst attraktiv im Web zu präsentieren [8]. Als Ursache dieser Generationenentwicklung kann die omnipräsente Selektion gesehen werden [5],welche die junge Generation zu diesem egoistischen Verhalten drängt.

Äußerung des Egoismus in der Generation Z

Nach Generation X und Y sind wir zu Generation Z vorangeschritten. Diese Generation ist besonders auf ihre eigenen Vorteile bedacht und geringfügig bereit in einem Team zu fungieren, da sie viel zu sehr auf ihre eigenen Ziele konzentriert ist. [8] Die Menschen der Generation Z werden als „Digital Native“ verrufen, da sie den Überfluss an Informationen aus verschiedenen Medien zu ihrem eigenen Interesse nutzen. [11] Zu dem wird der Generation Z eine unzureichende Loyalität gegenüber Arbeitgeber und Kollegen nachgesagt. Sie nehmen an Weiterbildungen teil, um die Marktchancen zu erhöhen und somit ein Teil der Globalisierung zu werden, um dem internationalen Markt standhaft zu sein. [2] Sie sind sprunghaft und nutzen jede Chance um die Karriereleiter nach oben zu klettern und etwaige Führungspositionen zu übernehmen. [1] Durch ein nie da gewesenes Maß an Freizügigkeit ist die Generation Z oder auch die globalisierte Generation auf der ganzen Welt zu Hause. Sie bewegt sich dabei nicht nur im realen, sondern auch vor allem im virtuellen Raum. Ihre Ideologie ist der „Lifestyle“, sie definiert sich über ihr Konsumverhalten und strebt vor allen Dingen nach individualistischer Selbstverwirklichung. [3] Dabei wächst eine zunehmende Überforderung mit den stetig wachsenden Entscheidungsmöglichkeiten der Multioptionsgesellschaft Konferenzen werden über Skype gehalten, um keine umständlichen Treffen vereinbaren zu müssen. [8] Denn die Generation Z ist wenig bereit nach Feierabend oder gar am Wochenende für ihren Arbeitgeber Arbeitsaufträge zu bewältigen. Daher steht eine gute Zeitoptimierung durch die neuen Medien im Vordergrund. Zusätzlich ist ein hohes Einkommen von großer Priorität, um in der generierten Freizeit dem Konsum nachzugehen. Das Baujahr der Generation Z beginnt ab ca. 1995. Allerdings kann man das nicht allgemein festlegen, da ebenfalls einige aus der Generation X versuchen die Leichtigkeit in ihrem Arbeitsleben zu integrieren. [8]

Das folgende Schaubild beschreibt die Platzierung der Generation Z im Bezug auf ihre Anschauung der Arbeitswelt im Vergleich zu der Generation Baby Boomer, Generation X und Y. Die Generation Z platziert sich im Bereich des hoch ausgeprägten Darwinismus und Opportunismus. Dieser so genannte Darwiportunismus bezeichnet ein Verhältnis des Arbeitgebers und Arbeitnehmers, indem beide Parteien auf ihren eigenes Nutzen bedacht sind, gegebene Chancen in Anspruch nehmen oder arbeit den Partner wechseln. [6,8]

 

 

Darwiportunismus

Abbildung: Spieler ohne Spieler ohne Stammplatzgarantie Quelle: Scholz, Christian [6,8]

Ursachen der Entwicklung des Egoismus in der Generation Z

Ursachen für das egoistische Verhalten dieser Generation sind vielfältig. Im Allgemeinen kann die egoistische Generation Z als eine Anpassungsmaßnahme an die Umwelt, in der diese junge Generation heranwächst, verstanden werden. Von Kindesbeinen an sind die „Digital Natives“ einer permanenten Selektion ausgeliefert. [5] Diese beginnt spätestens mit dem Übertritt an eine weiterführende Schule. Weitere Selektionen folgen beispielsweise aufgrund der Einführung des G8 in einigen Bundesländern oder der beschränkten Anzahl an Bachelor- und Masterplätzen an den Universitäten. Nach zahlreichen Praktika können Angehörige der Generation Z oft nur noch mit einem befristeten Arbeitsverhältnis rechnen. „Eine Stammplatzgarantie“ im Unternehmen gibt es nicht mehr. Der psychologische Vertrag zwischen Mitarbeiter und Unternehmen gilt als aufgehoben. Wer sich bei all diesen Selektionen durchsetzen will, muss daher zum Einzelkämpfer mutieren und opportunistisch handeln. Der oben beschriebene Darwiportunismus ist omnipräsent in der heutigen Unternehmenswelt, wo aufgrund von Wettbewerbsdruck Unternehmen selektieren müssen und die opportunistisch-geprägten High-Potentials der Generation Z aufeinander treffen. Letztendlich verhält sich die Generation Ackermann nicht anders, als es ihnen vorgelebt wird. Sie haben erkannt, dass es nicht faire Teamplayer sind, die später Spitzengehälter verdienen. [7] Das egoistische Verhalten der Generation Z kann aber auch von den hohen Lasten, die ihr von anderen Generationen auferlegt wurden, kommen. So sehen sich Angehörige der Generation Z mit Problemen wie der Staatsüberschuldung, kollabierenden Rentensystemen oder einer nahenden Klimaerwärmung konfrontiert. Das Lebensgefühl, das es ab jetzt nur noch schlechter werden kann, scheint prägend für die „GenerationZ“. [5] Das Jugendwort 2012 „JOLO“ , welches ausgeschrieben „you only live once“ bedeutet, scheint dieses Lebensgefühl zum Ausdruck zu bringen. [10]

Aktuelles zu Generation Z

Trotz eindeutiger Merkmale des egoistischen Verhaltens der Generation Z im Vergleich zu den vorigen Generationen, wird dieser Trend innerhalb der Generation Z nicht genauso gravierend empfunden. Nach einer Umfrage des TSN Infratests findet sich die Generation Z selbst nicht eindeutig egoistisch. Während 69,2% aller befragten Jugendlichen zwischen 12 und 25 Jahren ihre Generation als „ichbezogen“, tendieren 28,6% eher zu der Antwort „Nein“. [9]

Statistik Egoismus

Abbildung: Befragung zu Egoismus der jungen Generation Quelle Shell [9]

Einzelnachweise

  1. Bund, Kerstin, Heuser, Uwe Jean und Kunze, Anne: Generation Y: Wollen die auch arbeiten? In: Die Zeit. Nr. 11, 7. März 2013.
  2. Cole, Ashley , Napier, Trenia und Marcum, Brad. „Generation Z: Facts and FictionsNot Just Where To Click: Teaching Students How To Think About Information. Ed. Heather Jagman and Troy Swanson. Atlanta, Georgia: Association of College and Research Libraries, 2014.
  3. Biber, David D., Czech, Daniel R., Harris, Brandonn S. und Melton, Bridget F.: Attraction to physical activity of generation Z: A mixed methodological approach, in: Open Journal of Preventive Medicine. Vol.3, No.3, 310-319.
  4. Duden: Egoismus. Online verfügbar unter: http://www.duden.de/rechtschreibung/Egoismus [07.07.2014]
  5. ORF (2012): Generation Ich – So egoistisch sind sie nicht!. Online verfügbar unter: http://oe1.orf.at/artikel/303631 [25.06.2014]
  6. Scholz, Christian Spieler ohne Spieler ohne Stammplatzgarantie — Darwiportunismus in der neuen Arbeitswelt. Weinheim: (Wiley VCH Verlag) 2003
  7. Scholz, Christian (2012): Generation Ackermann, zitiert nach: Täubner; Mischa. In: brand eins, Ausgabe 09/2012, Online verfügbar unter: http://www.brandeins.de/archiv/2012/interessen/generation-ackermann.html[25.06.2014]
  8. Scholz, Christian: Generation Z: Willkommen in der Arbeitswelt, in: Der Standard. 6. Januar 2012.
  9. Shell Statistik, Erhebung durch: Deutschland; TNS Infratest; Anfang Januar 2006 bis Mitte Februar 2006; 2.532 Befragte; 12-25 Jahre, online verfügbar unter:http://de.statista.com/statistik/daten/studie/177171/umfrage/egoismus-ist-fuer-die-junge-generation-kennzeichnend/
  10. Spiegel (2012): Jugendsprache: Yolo, Alter. Online verfügbar unter: http://www.spiegel.de/schulspiegel/jugendwort-des-jahres-2012-jury-kuert-yolo-a-869201.html [07.07.2014]
  11. Windisch, Eva und Medman, Niclas: Understanding the digital natives. In: Ericsson Business Review. 1/2008, S. 36–39.

Siehe auch

Weblinks

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