Die-Gen eration-Z

Christian Scholz Gedanken und Materialien zur Generation Z



 

Facebook und Gen-Z

von pc am 23. Juni 2014

Dieser Eintrag stammt von Kathrin Bullmann, Julia Sommermann und Sarah Löw

 

Generation Z, die Nachfolgerin der sogenannten Millennials (Generation Y), besteht aus „Individualisten, mit dem Ziel der persönlichen Einkommens- und Lebenslust-maximierung“[1] und schließt im weitesten Sinne all diejenigen mit ein, die ab 1995 geboren worden sind und nun in die Arbeitswelt eintreten. Im Jahr 2011 ließen sich über dieses Kriterium gut vier Millionen Menschen in Deutschland der Generation Z zuordnen[2]. Auch benannt als „The Limitless Generation“[3], ist sie die erste Generation, die als wahre Expertin der (hoch entwickelten) Informations- und Kommunikationstechnologie (Digital Natives) gilt[4] und durch Social Media vollständig global vernetzt ist[5]. Dabei spielt das 2004 gegründete soziale Netzwerk Facebook eine zentrale Rolle.

 

Charakterisierung der Generation Z in Verbindung mit Facebook

In der Soziologie wird die Generation Z mit dem Begriff der Generationskohorte belegt. Zusammengeführt durch kollektiv erlebte Ereignisse, teilen die Angehörigen der Generation Z die gleichen Werte, Einstellungen, Verhaltensweisen und Präferenzen[6]. In diesem Zusammenhang spielt auch die Mediensozialisation eine Rolle. Die Art und Weise der Mediennutzung hängt auch von den kollektiven Erfahrungen mit Medien ab[7]. Die Mehrheit der Angehörigen der Generation Z wurde geboren, als eine schnelle, flächendeckende Internetverbindung bereits eine Selbstverständlichkeit darstellte und auf diese vielfach zurückgegriffen wurde, um mit verschiedenen Geräten auf sozialen Netzwerken wie Facebook aktiv zu sein. Dies gilt heute umso mehr. Die permanente zeitliche und örtliche Verfügbarkeit von Facebook ist für die Generation Z mithin eine Selbstverständlichkeit.

Bedeutung und Funktionen von Facebook für die Generation Z 

Da die Generation Z auf eine strikte Trennung der Bereiche „Work“ und „Life“ Wert legt[8], hat Facebook für diese Generation insofern einen besonderen Stellenwert, als das Facebook ihnen ermöglicht ihrem „Life“ Leben einzuhauchen. Generation Z lebt, anders als Generation Y, für die Facebook eher ein Paralleluniversum darstellt, mitten in der „Facebook-Welt“[9].

Facebook stellt für die Generation Z ein Medium dar, das sie im Rahmen ihres Privatlebens nutzt und in dem sie nichts über die Arbeitswelt erfahren möchte. Sie nutzt Facebook im Vergleich zu ihren Vorgängergenerationen nicht mehr um sich über Ausbildungsunternehmen oder zukünftige Arbeitgeber zu informieren[10] und meidet Unternehmen und Personen, die ihr ein Geschäft auf sozialen Netzwerken aufdrängen möchten[11].

Die Generation Z strebt nach maximaler Freiheit, die der Bindung an einzelne Personen entgegensteht. Durch die Möglichkeit sich ortsungebunden, d.h. entkoppelt von physischer Anwesenheit, ein soziales Netzwerk aufzubauen, hilft Facebook der Generation Z ihrem Bedürfnis nach Freiheit nachzugehen. Facebook bietet ihr in jeder Lebenslage und ohne auf Termine, Tagespläne oder Vereinsmitgliedschaften Rücksicht nehmen zu müssen eine verlässliche, einfache und bequeme Kommunikation[12]. In einer Studie über die Generation Z gaben 57% der Befragten an, dass die Kommunikation online für sie praktischer und bequemer ist, als Face-to-Face[13]. Dies passt in das Bild einer Generation, die sich und ihren Alltag erst noch ausprobieren möchte.

Netzwerk 

Anhänger der Generation Z verfügen in ihrem Facebookprofil über einen sehr großen Freundeskreis und verwalten ein Netzwerk, das aus Kontakten in der ganzen Welt besteht. Ein Viertel der Anhänger der Generation Z sagt, dass alle oder zumindest die meisten ihrer Facebook Freunde eine Flugreise entfernt wohnen[14].Ihr Netzwerk beschränkt sich jedoch rein auf private Kontakte und wird nicht für berufliche Zwecke genutzt.

Antrieb

Facebook ist für Generation Z Motivation sich selbst darzustellen. Sie wird nicht mehr durch gute Noten oder das Motto „mein Haus, mein Auto, mein Boot“ angetrieben, sondern über die Aufmerksamkeit die ihnen durch ihr Facebookprofil zuteil wird[15].

Chronik

Um Aufmerksamkeit zu generieren, steht ihr die Facebook Chronik zur Verfügung. Hierbei handelt es sich um einen Teil des Facebookprofils, in dem Generation Z durch Fotos, Orte und Posts ihre gesamte Lebensgeschichte dokumentiert[16].

Fotos

Um den Freunden zu zeigen, was man gerade wo und mit wem erlebt hat, werden unerlässlich Fotos in das eigene Profil hochgeladen. Häufig handelt es sich dabei um die so genannten Selfies. Eben so sind viele belanglose Sachen, wie z.B. Fotos von eigenem Essen, Gegenstand der auf Facebook geteilten Fotos.

Orte

Viele Angehörige der Generation Z nutzen die Funktion „Facebook Orte“. Mithilfe dieser Funktion ist es ihnen möglich, den anderen Usern mitzuteilen, wo und mit wem sie sich gerade Aufhalten.[17]

Kommunikationsmittel

Für die Generation Z stellt Facebook ein wichtiges Kommunikationsmittel dar. Statt via Email miteinander zu kommunizieren – denn dieses Medium ist ihr zu langsam – nutzt sie bevorzugt Facebook für ihre tägliche Kommunikation[18].

Datenschutz

Ein Kritikpunkt der Vorgängergenerationen an Facebook ist die unzureichende Gewährleistung des Datenschutzes[19]. Aufgrund ihrer realistischen Grundhaltung[20] ist davon auszugehen, dass Generation Z für die Kritik an Facebook im Zusammenhang mit dem Datenschutz sensibilisiert und sich ihrer Möglichkeiten bei den Privatssphäreeinstellungen bewusst ist. Jedoch scheint dieses Bewusstsein nicht handlungsleitend zu sein. Sie teilt ihre aktuellen Aufenthaltsorte, ihren Beziehungsstatus und ihre Fotos unbekümmert mit den anderen Nutzern.[21][22] Für die Generation Z spielt sich ihr Privatleben im Kopf ab. Als privat empfinden sie lediglich ihre Gedanken und Gefühle.[23] Dass andere Nutzer Kenntnis über ihr Privatleben haben, ist daher für sie unproblematisch. Als störend nehmen sie jedoch wahr, dass Eltern und Lehrer Zugang zu ihren Posts haben und diese falsch interpretieren könnten. Dies scheint für sie schlimmer zu sein, als die Tatsache, dass Facebook ihre Daten an Dritte verkauft.[24] Sorgen bereiten den in einer Studie befragten britischen und amerikanischen Teenagern (zwischen 13 und 17 Jahren) eher die Kosten in der heutigen Zeit als das Thema Cyberkriminalität.[25] Im Zusammenhang mit Facebook hat zudem das „Cybermobbing“ an Relevanz gewonnen. Mobbing verlagert sich ins Internet, unter anderem nach Facebook, und findet dort öffentlich und mit einer anderen Intensität statt.[26] Die Möglichkeit mit wenig Aufwand ein „Fakeprofil“ auf Facebook erstellen zu können, erhöht die Gefahr für Nutzer von Cybermobbing betroffen zu sein. Eine Studie ergab, dass ein Drittel der Schüler über soziale Netzwerke, unter anderem Facebook, gemobbt wurden.[27]

Ausblick

Obwohl Facebook das bedeutsamste soziale Netzwerk in Deutschland ist, wird Facebook hauptsächlich von Personen zwischen 18 und 34 Jahren genutzt. Der durchschnittliche deutsche Facebook Nutzer ist 29,7 Jahre alt[28]. Insbesondere die 13- bis 17-Jährigen kehren dem sozialen Netzwerk Facebook den Rücken zu, da es unter den Älteren an Beliebtheit gewinnt. Die web-affine Generation Z wendet sich daher den Plattformen Tumblr, Twitter, Pinterest oder Instagram zu, da diese von den älteren Nutzern weniger genutzt werden[29].

Es finden sich jedoch auch gegensätzliche Berichte. Demnach stellt Facebook weiterhin das beliebteste soziale Netzwerk dar.[30]

Welches der zahlreichen Netzwerke sich in der Zukunft bei der Generation Z durchsetzt, bleibt also zunächst noch offen. Einfluss hierauf werden auch die weiteren Handlungen von Facebook in Bezug auf den Datenschutz und die Sicherheitseinstellungen haben.

Dieser Eintrag stammt von Katrin Kullmann, Julia Sümmermann und Sarah Löw.

Literatur

  • Stefanie Best, Bernhard Engel: Alter und Generation als Einflussfaktoren der Mediennutzung. In: Media Perspektiven. Nr. 11, 2011, S. 525-542, ISSN: 0170-1754.
  • Catarina Katzer: Cybermobbing – Wenn das Internet zur W@ffe wird, Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, 2014, ISBN 978-3-642-37671-9.
  • Stephen Legg, Kristin Murray, Paul Toulson: Generational cohorts’ expectations in the workplace: A study of New Zealanders. In: Asia Pacific Journal of Human Resources. Jg. 49, Nr. 4, S. 476-493, ISSN 1744-7941.
  • Christian Scholz: „Generation Z“ zwischen Freizeit und Betriebsrat. In: Arbeit und Arbeitsrecht 11/13, S.625, ISSN 0323-4568.

Siehe auch

Einzelnachweise

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