Die-Gen eration-Z

Christian Scholz Gedanken und Materialien zur Generation Z



 

Geregelte Arbeitszeit für Gen-Z

von pc am 23. Juni 2014

Dieser Eintrag stammt von Jelena Bordießer, Sofia Krieger und Sebastian Schmidt

Geregelte Arbeitszeit für Gen-Z

Abgrenzung Beruf und Privat - Hendrik Mühlemeier @ HRCOM 2014

Abgrenzung Beruf und Privat – Hendrik Mühlemeier @ HRCOM 2014

Die Generation Z, die nach 2000 Geborenen, unterscheiden sich in einigen wesentlichen Merkmalen von den vorangegangen Generationen.
Während bei der Generation Y der Fokus auf dem Hinterfragen und der Suche nach dem Sinn hinter einer Aktivität steckt, steht bei der Generation Z die Work-Life-Balance im Vordergrund. Dies drückt sich vor allem durch eine klare Trennung von beruflichen und privaten Aktivitäten aus. Weiterhin spielt die Selbstverwirklichung und -darstellung eine wichtige Rolle im Leben der Generation Z. Um dieses ausleben zu können, haben sie den Bedarf nach geregelten Arbeitszeiten, um die benötigte Planungssicherheit zu erhalten.

Klare Trennung von Beruf und Freizeit

Für die Generation Z ist die Möglichkeit zu einer klaren Trennung von Beruf und Freizeit ein wichtiges Kriterium in ihrer Arbeitsplatzwahl. Dazu gehören neben geregelten Arbeitszeiten auch ein freies Wochenende und das Recht auf Unerreichbarkeit. Home Office als beliebtes Instrument zur Arbeitszeitflexibilisierung spielt ebenfalls eine wichtige Rolle im Kontext der Generation Z und muss kritisch betrachtet werden.[1]

Geregelte Arbeitszeiten

Durchstrukturierte Wochenplanung - Kathrin Kullmann @ HRCOM 2014

Durchstrukturierte Wochenplanung – Kathrin Kullmann @ HRCOM 2014

Generation Z entstammt der Ära der Globalisierung. Arbeitszeitflexibilisierung ist dabei einer der Schlüsselbegriffe im Bereich Personalmanagement. Dabei existieren über die Bestimmungen des Arbeitszeitgesetzes hinaus diverse Möglichkeiten die Arbeitszeit zu gestalten.
Neben der generellen Festlegung vom Arbeitsrhythmus wie beispielsweise Bereitschaftsdienst, Schichtarbeit, oder Teilzeit gibt es auch Regelungen zur täglichen Arbeitszeit wie Gleitzeit, Kernarbeitszeiten und Überstunden.[2]
Unter geregelte Arbeitszeiten, wie sie von der Generation Z gefordert werden, versteht man, dass keine unvorhergesehenen Abweichungen von den zuvor festgelegten Arbeitszeiten entstehen. Dies betrifft insbesondere den Bereich Überstunden, welche heutzutage in vielen Brachen als selbstverständlich angesehen werden.[3]

Freies Wochenende

Hauptartikel: Freies Wochenende für GenZ

Neben der Planungssicherheit der (Arbeits-)Woche spielt auch das freie Wochenende eine wichtige Rolle für die Generation Z, denn das Privatleben ist für die Generation Z von hohem Stellenwert. Das Wochenende ist hierfür reserviert. Hier kann sie ihr „hohes Aktivitätsniveau mit hoher Taktfrequenz“[4] im privaten Bereich ausleben. In Zeiten von Firmenhandy und Home-Office kann das vermeindlich freie Wochenende doch in Arbeitszeit enden. Damit dies nicht passiert und nicht noch wichtige Informationen für den Montagstermin am Sonntag Nachmittag besprochen werden, gilt für Generation Z am Wochenende: Abschalten und somit das Recht auf Unerreichbarkeit.[5]

Recht auf Unerreichbarkeit

Chef vs. Mutti - Lisa Hartsch @ HRCOM 2014

Chef vs. Mutti – Lisa Hartsch @ HRCOM 2014

Nicht nur kommt es der Generation Z darauf an, klar definierte Abgrenzungen zwischen Arbeits- und Freizeit zu haben, es soll sich auch wirklich um freie Zeit handeln.
Dies bedeutet insbesondere, nicht in Kontakt mit dem Arbeitgeber stehen zu müssen. Dies betrifft sowohl die Mitnahme des Arbeits-Notebooks als auch Anrufe des Chefs. Einige Unternehmen wie beispielsweise BMW haben diese Forderung bereits umgesetzt. Dort haben die Mitarbeiter nach Feierabend und am Wochenende ein „Recht auf Unerreichbarkeit.[6][7]
Dies drückt sich auch in rein praktischen Gesichtspunkten aus. Smartphones sind heutzutage omnipräsent, theoretisch ist somit eine ständige Erreichbarkeit eines Arbeitnehmers gewährleistet. Um die erwünschte Freiheit zu erhalten, unterscheidet die Generation Z klar zwischen Privat- und Diensthandy.[8] Letzteres wird nach Feierabend, am Wochenende und natürlich auch im Urlaub entweder ausgeschaltet oder direkt in der Schublade gelassen.

Home Office und Generation Z

Home Office ist ein kontrovers diskutiertes Thema. Unter Home Office, oder auch Teleheimarbeit, versteht man die Verlegung des Arbeitsplatzes an den heimischen Schreibtisch, unabhängig davon ob es sich dabei um einen Tag in der Woche, oder um Home Office als Dauerlösung handelt.[9]
Nach den der Generation Z zugeordneten Eigenschaften zu urteilen widerspricht das Konzept Home Office den Werten und Präferenzen dieser Generation. Die strickte Trennung von Beruf und Freizeit wird durch die ständige Vermischung von Arbeitsplatz und den eigenen vier Wänden obsolet. War die Arbeit zu Hause für andere Generationen noch ein Attraktivitätskriterium einer Stelle, insbesondere aufgrund der daraus resultierenden besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie, ist es für die Generation Z ein erhöhtes Risiko mehr Arbeit zu leisten als gefordert und die Familie im letztendlich mehr zu vernachlässigen als durch die Anwesenheit am externen Arbeitsplatz.[10][11][12]

Abgrenzung zu anderen Generationen

Die Generation Z hat das Ziel der persönlichen Einkommens- und Lebenslustmaximierung. Für dieses Ziel ist sie bereit intensiv zu arbeiten, legt aber zeitgleich auch immer mehr Wert auf Freizeit. Familie und Freunde spielen eine zunehmend wichtige Rolle in ihrem Leben. Dementsprechend groß ist daher der Bedarf nach geregelten Arbeitszeiten mit nur wenigen Überstunden, um einen angemessenen Freiraum für Freizeitaktivitäten zu haben. Der Wunsch nach einer klaren Trennung von Privat und Beruf steht für sie klar im Vordergrund. Diese Wertvorstellungen und Verhaltensmuster von Generation Z unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von denen, der anderen Generationen.[13]

Baby Boomer

Hauptartikel: Baby Boomer und Generation Z

Die Generation der Baby-Boomer, die kurz nach dem zweiten Weltkrieg geboren wurde, ist gekennzeichnet durch Fleiß und Motivation. Für sie zählt nur der Beruf und der dortige Erfolg wird als persönliche Belohnung betrachtet. Baby-Boomer stellen die Arbeit somit ganz in den Mittelpunkt ihres Lebens und der Begriff Work-Life-Balance stellt für sie ein Fremdwort dar. Sie leben um zu arbeiten und sehen die Freizeit überwiegend als Möglichkeit an, sich vom Arbeitsalltag zu erholen.[14]

Generation X

Hauptartikel: Generation X und Generation Z

Für die darauffolgende Generation, die Generation X, ist das berufliche Vorankommen das wichtigste Ziel. Vertreter dieser Generation sind ehrgeizig, ambitioniert und bereit für ihre Karriere das Unternehmen zu wechseln. Für sie stellt die Arbeit ein Mittel zum Zweck dar, um sich ein materiell ausgerichtetes Leben zu ermöglichen.[15] Trotzdem hat sie den Wunsch nach einer gewissen Balance zwischen Arbeit und Freizeit und ist daher froh, über flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit von zu Hause aus arbeiten zu können.[16]

Generation Y

Hauptartikel: Generation Y und Generation Z

Die Generation Y ist die Generation vor der Generation Z. Ihre Merkmale sind Balance, Leidenschaft, Lernbereitschaft, Sicherheit und Arbeitsbereitschaft. Ihr Motto lautet „Lasst uns die Welt verbessern“.[17] Die Abgrenzung zwischen Arbeit und Freizeit ist nicht so sehr ausgeprägt wie bei der Generation Z. Dennoch streben auch die Mitglieder der Generation Y nach „Leistung, Sinn und Spaß im (Arbeits-)Leben.“[18] Noch vor der Work-Life-Balance steht für sie jedoch eine herausfordernde Arbeit ganz oben auf der Liste ihrer Präferenzen.[19]

Literatur

Kerstin Bund, Uwe Jean Heuser und Anne Kunze: Generation Y: Wollen die auch arbeiten? In: Die Zeit. Nr. 11, 7. März 2013
Christian Scholz: Das neue Szenario im Berufsleben. In: Spieler ohne Stammplatzgarantie. Darwiportunismus in der neuen Arbeitswelt. Wiley-VCH, Weinheim 2003, (ursprünglich erschienen in WISU. 10/99; PDF; 114 KB)
Scholz, Christian, Personalmanagement. Informationsorientierte und verhaltenstheoretische Grundlagen, München (Vahlen) 6. Aufl. 2014.
Eva Windisch und Niclas Medman: Understanding the digital natives. In: Ericsson Business Review. 1/2008, S. 36–39 (217 KB)

Weblinks

Begriffserklärung und Definition der Generationen

Generation Z – Die ganz jungen kommen Die Presse, Oktober 2013

Einzelnachweise

[1] Generation Z: Willkommen in der Arbeitswelt, 6. Januar 2012.
[2] Informationen zum Thema Arbeitszeit
[3] Jeder sechste Arbeitnehmer macht Überstunden ohne Ausgleich, 24. Juni 2014.
[4] Scholz, Christian, Personalmanagement. Informationsorientierte und verhaltenstheoretische Grundlagen, München (Vahlen) 6. Aufl. 2014, 25.
[5] Freiräume schaffen und respektieren: Mobiles Arbeiten
[6] BMW-Mitarbeiter haben Recht auf Unerreichbarkeit, 17. Februar 2014.
[7] BMW-Mitarbeiter haben jetzt „Recht auf Unerreichbarkeit“, 16. Februar 2014.
[8] Scholz, Christian, Handlungsfelder für Generation Z. Wann arbeiten?, 18, 22. April 2014.
[9] Couch oder Schreibtisch?, 4. Mai 2013.
[10] Couch oder Schreibtisch?, 4. Mai 2013.
[11] Psychologie: Arbeit im Home-Office kann demotivieren und übermotivieren, 20. Dezember 2013.
[12] Home Office: Nein, Danke!, 20. Februar 2014.
[13] Scholz, Christian, Handlungsfelder für Generation Z. Wann arbeiten?, 17, 22. April 2014.
[14] Scholz, Christian, Handlungsfelder für Generation Z. Wann arbeiten?, 18, 22. April 2014.
[15] XYZ – Generationen auf dem Arbeitsmarkt (1): Ein Überblick, 25.04.2013.
[16] Intergenerationen-Management
[17] Scholz, Christian, Personalmanagement. Informationsorientierte und verhaltenstheoretische Grundlagen, München (Vahlen) 6. Aufl. 2014, 24.
[18] Zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Generation Y finden, fördern und binden, 11, 09/2011.
[19] Zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Generation Y finden, fördern und binden, 18, 09/2011.

Siehe auch

Digital Native
Generation Y

Ein Kommentar zu “Geregelte Arbeitszeit für Gen-Z

  1. Pingback: Die überraschenden Erwartungen der Generation Z - Management Circle Blog

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.