Die-Gen eration-Z

Christian Scholz Gedanken und Materialien zur Generation Z



 

Home Office als Dauerlösung

von pc am 24. Juni 2014

Dieser Eintrag stammt von Daniel Heitz, Oliver Lattwein und Michael Wolf

 

Begriffserklärung

Als Heimarbeitsplatz (engl. Home-Office[1]) gilt eine selbst gewählte Arbeitsstätte – dies kann sowohl die eigene Wohnung als auch eine selbst gewählte Betriebsstätte sein – welche allein oder mit anderen Personen im Auftrag von Gewerbetreibenden oder Zwischenmeistern erwerbsmäßig genutzt wird, die Verwertung der Arbeitsergebnisse jedoch unmittelbar oder mittelbar dem  Auftrag gebenden Gewerbetreibenden überlassen wird (§ 2 Abs. 1 HAG).

Entwicklung des Home Office

Obwohl es den Heimarbeitsplatz als Arbeitsstätte schon lange gibt, wurde das Konzept des Home Office entscheidend durch die Generation Y geprägt. Der Heimarbeitsplatz konzentrierte sich in der Frühphase seiner Entwicklung hauptsächlich auf den Montagebereich, also die Möglichkeit, Produkte auch in eigenen Arbeitsstätten anfertigen zu können. Mit der Veränderung der Wertschöpfungskette reduzierte sich die Bedeutung des Heimarbeitsplatzes als Produktionsstandort an der gesamtwirtschaftlichen Produktion, weshalb seine Bedeutung als Arbeitsplatzform zurückging. Mit dem Anstieg des Dienstleistungssektors – der sog. Tertiarisierung – an der Wirtschaftsleistung wurde das Konzept des Heimarbeitsplatzes in Gestalt des Home Office wieder populär. Dieses zeichnet sich in Abgrenzung zum alten Konzept des Heimarbeitsplatzes als Produktionsstandort vor allem durch die Nutzung von internetbasierten Dienstleistungen, wie elektronischer Kommunikation, aber auch durch die Nutzung von Software, aus. Im Hinblick auf eine gesteigerte Erwerbsquote der Frauen[2] wurde das Home Office speziell von der Generation Y geschätzt.[3]

Eigenschaften des Home Office

Diese sah in der Ausgestaltung des Home Office vor allem die Möglichkeit, berufliche und private Verpflichtungen, vor allem im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Beruf und Kind besser miteinander zu verknüpfen. Ein grundsätzlicher Nachteil des Heimarbeitsplatzes besteht in der fehlenden Interaktion mit Kollegen, wodurch der sog. Kollegen-Effekt ausbleibt. Die Interaktion mit unterschiedlichsten Persönlichkeiten führt i.d.R. zu einer Vergrößerung des Outputs des Einzelnen im Vergleich zu der i.d.R. isolierten Arbeitsweise im Home Office. Vorteilhaft ist im Falle des Home Office jedoch die zeit- und die stressreduzierende Komponente durch den Wegfall der Fahrtwege zum Arbeitsplatz sowie der Betreuungsproblematik der Kinder. Insgesamt kann gesagt werden, dass das Einrichten eines Heimarbeitsplatzes eine eindeutige Anpassung des Arbeitsplatzes an den Menschen darstellt.

Home Office und die Generation Z

Auch im Hinblick auf verbesserte Kinderbetreuungsmöglichkeiten wird das Konzept des Home Office von der Generation Z mehr und mehr kritisch gesehen. Die Generation Z zeichnet sich besonders durch eine individualistische Einstellung aus, die sich in der Trennung von privaten und beruflichen Angelegenheiten ausdrückt. Ein Verschwimmen dieser beiden Sphären wie im Falle des Home Office kommt für diese Generation daher nicht infrage. Außerdem wird die ständige Erreichbarkeit im Falle eines Home-Office als nachteilig empfunden. Die Generation Z ist vielmehr an klaren Arbeitsstrukturen mit fest determinierten Arbeitszeiten interessiert.[4]Frühzeitige Verantwortung sowie eine konstruktive Bewertung der geleisteten Arbeit sind hier höher anzusehen als die angestrebte höhere Flexibilität vorheriger Generationen durch die Nutzung des Home Office.[5] Das Home Office kann diese veränderte Erwartungshaltung nicht gewährleisten und wird daher von der Generation Z eher abgelehnt. Für eine kurze Zeitspanne könnten sich einige Mitglieder der Generation Z mit einem Home Office arrangieren, Home Office als Dauerlösung stellt für diese sprunghafte Generation jedoch sicherlich keine Lösung dar. Dies zeigt sich auch in der aktuell rückläufigen Tendenz der Nutzung des Home Office, obwohl gerade heutzutage die technischen Möglichkeiten zu einer derartigen Arbeitsplatzgestaltung einladen.[6]

Literatur

  • Oertel, Jutta (2014): Millennials und Generation X – Charakteristika der nachrückenden Arbeitnehmer-Generationen, in: Generationenmanagement, hrsg. von Martin Klaffke, Wiesbaden 2014, S. 60.
  • Geisel, Sofie (2014): Arbeitszeiten flexibel gestalten – Herausforderungen und Leitsätze für eine moderne Arbeitszeitkultur, in: Generationenmanagement, hrsg. von Martin Klaffke, Wiesbaden 2014, S. 192.
  • Bartscher, Thomas/Huber, Anne (2007): Praktische Personalwirtschaft, 2. Auflage, Wiesbaden 2007, S. 104.
  • Keller, Matthias (2013): Vereinbarkeit von Familie und Beruf – Ergebnisse des Mikrozensus 2012, Wirtschaft und Statistik 2013.
  • Scholz, Christian (2013): Generation Z: Willkommen in der Arbeitswelt, in: SAP-Forum für Personalmanagement, Karlsruhe 2013, S. 11.
  • Hodapp, Marion/Peu0er, Martin (2014): Der Berufs-Lebensbaum – ein strategischer Ansatz zur Lebensphasenorientierten Personalpolitik und ein ganzheitliches Modell der individuellen Karriere- und Lebenslaufbahn im demokratischen Wandel, in: Lebensphasenorientierte Personalpolitik – Strategien, Konzepte und Praxisbeispiele zur Fachkräftesicherung, hrsg. von  Jutta Rump, Berlin u. Heidelberg 2014,  S. 197. [S. 177 – 190]

Siehe auch

Weblinks

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.