Die-Gen eration-Z

Christian Scholz Gedanken und Materialien zur Generation Z



 

Privatleben von Gen-Z

von pc am 24. Juni 2014

Privatleben – Bereich, außerhalb der Öffentlichkeit oder der beruflichen Arbeit geführtes Leben. [1]

Privatleben von Generation-Z

Für die Vertreter der Gen-Z ist das Privatleben sehr wichtig, so dass man dafür Abstriche in der Karriere zugunsten der ausgegelichenen Work-Life-Balance nimmt.

Das Internet und die Technologien nehmen einen großen Teil des Privatlebens von Gen-Z. Kommunikation, Informationswechsel, Freizeit sind ohne Internet in den meisten Fällen undenkbar.

Freunde und Bekannte

Neben „Face-to-face“-Kommunikation ist die Kommunikation mit dem Freundenkreis über digitale Medien bei Gen-Z genau so selbstverständlich. Wer nicht mitmachen kann, ist praktisch ausgegrenzt. Die Wahl der aktuell benutzten sozialen Netzwerkes ändert sich immer wieder. Man passt sich an und wandert dahin, wo die meisten Freunde sind. So ist Popularität von Facebook unter Jugendlichen in USA von Herbst 2012 zu Herbst 2013 um 19% gesunken. [2] [3]

Beliebtheit und Popularität unter Freunden wird u.a. in „Likes“ und Anzahl der sog. „Friends“ gemessen (Facebook). Popularität allgemein durch die Anzahl der „Follower“ (Twitter, Pinterest, Tumblr, Youtube, Instagram). Durch die Bekanntheit in gewissen Kreisen steigert man das Selbstbewusstsein. Generation-Z strebt nach Anerkennung.

Neue Freunde findet man, in dem man sein Hobby auslebt durch einen eigenen Blog, Online-Community mit einer bestimmten Thematik, Teilnahme an einen Online-Spiel (bspw. World of Warcraft).

„Grad der Nähe“ einer Freundschaft wird u.a. dadurch definiert, welche Information und in welchen Umfang man durch die Sozialen Netzwerke mit jemanden teilt.

Bei den vielen Möglichkeiten der Kommunikation ist Multitasking gefragt. Gen-Z kommuniziert nach ihrer eigenen Art, sehr oft, in wenigen und vor allem eigenen Worten, erwartet eine just-in-time-Antwort, und das auf verschiedenen Kanälen: per WhatsApp, via SMS, im Chatraum des Facebooks und gleich noch per Mail. Dass dazu noch Musik gehört und das Geschehen auf dem Bildschirm des Laptops oder Tabletts verfolgt wird, ist Standard. [3]

Freunde und digitale Medien. Quelle: www.bravo.de; www.handelsblatt.com

Die Freunde sind überall per Smartphone mit dabei, auch wenn sie räumlich weit weg sind. Sei es ein Shopping-Selfie, mit anschließenden Ratschlägen zum Kauf, die Ergebnisse des Fußballspiels in gemeinsamen Chatroom auf WhatsApp, auf Reisen bekommt man Tipps und sieht jederzeit, wo die Freunde schon mal waren durch Trip-Adviser oder Foursquare. Teilen ist angesagt. Feedback ist wichtig.

Familie

Gen-Z ist näher zu ihren Eltern als frühere Generationen (X- und Y) . Sie sehen die gleichen TV-Shows, sie hören die gleiche Musik, sie benutzen die gleichen Sozialen Netzwerke. Laut der Untersuchung von JWTintelligence sind 87% der Eltern mit ihren Kinder auf Facebook „befreundet“. [4]

Da die Eltern der Gen-Z oft beide arbeiten und die Rate der Geschiedenen unter ihnen relativ hoch ausfällt, empfinden die Eltern häufig Schuldgefühle, und wollen ihren Kindern gefallen. Man möchte Freund sein und fürchtet das Missfallen der Kinder. Das führt zu mehr Zugeständnissen und mehr persönlichen Freiraum. Als besondere Werte legt man den Kindern nah ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln und Mut zur Verwirklichung der eigenen Träume und Ziele zu haben. Man sorgt für die sog. „positive Psychologie“, also öfter loben, weniger kritisieren, die Fehler der Vergangenheit nicht vorhalten. Als Folge kann es passieren, dass die Kinder der Generation-Z weniger auf das wirkliche Leben vorbereitet sind. [5]

Der Einfluss der Freunde – mit Smartphone jederzeit zugänglich – verdrängt jedoch die Stimme der Eltern. Letztere verlieren an Terrain, denn die Kontrolle darüber, was Jugendliche sehen, hören, schreiben und sagen, ist schlicht nicht mehr möglich. Die Vertrauensbasis zwischen Kindern und Eltern zu erhalten oder zu schaffen, ist die Herausforderung mit der Gen-Z. [6]

Liebe und Beziehungen

Eine Beziehung bei Gen-Z kann schon mal dadurch entstehen, dass jemand deine Bilder oft „liked“ oder die Postings kommentiert. Die im realen Begegnungen entstandene Bekanntschaften werden durch Social Media vertieft. Nicht selten ist, dass man die Person, mit der man zusammenkommen möchte, im Voraus „googelt“, um Informationen über sie zu sammeln.

So bald man in einer Beziehung ist, wird es dem Freundeskreis per Facebook mitgeteilt. So haben manche Jugendliche schon etliche Beziehungen von Anfang bis zum Ende via Facebook begleiten lassen.

Manchmal erfährt der Freundeskreis vom Ende einer Beziehung schneller, als der ehemaliger Partner, da man nicht den Mut hatte die Beziehung persönlich zu beenden. [7]

Facebook Beziehungsstatus, Author: RA Scheidung, Quelle: http://ra-scheidung.de

Dabei ist eine Untersuchung der Facebook Data Science entstanden, die besagt, dass ein auf Facebook mitgeteiltes Ende einer Beziehung zu erhöhten Aktivität der Follower führt. Die Anzahl der Interaktionen (dazu zählen sowol private Nachrichten, als auch Kommentare) rund um die Trennung steigt am Tag an dem der Beziehungsstatus zu Single gewechselt wird, um 225% und bleibt mindestens 4 Wochen später höher, als vor dem Beziehungsende. [8]

Umfang der Interaktionen des Freundeskreises bei Facebook vor- und nach dem Beziehungsende. Quelle: Facebook Data Science

Somit sind auch romantische Beziehungen der Gen-Z enorm von den digitalen Medien geprägt.

Dieser Eintrag stammt von Margarita Likhomanova, Natalie Kelm-Richter und Xenia Waigel.

Literatur

  •  Kerstin Bund: Glück schlägt Geld. Generation Y: Was wir wirklich wollen. Murmann, Hamburg 2014, ISBN 978-3-86774-339-6
  • Kerstin Bund, Uwe Jean Heuser und Anne Kunze: Generation Y: Wollen die auch arbeiten? In: Die Zeit. Nr. 11, 7. März 2013
  • Christian Scholz: Das neue Szenario im Berufsleben. In: Spieler ohne Stammplatzgarantie. Darwiportunismus in der neuen Arbeitswelt. Wiley-VCH, Weinheim 2003, ISBN 3-527-50052-9(ursprünglich erschienen in WISU. 10/99; PDF; 114 KB)
  • Eva Windisch und Niclas Medman: Understanding the digital natives. In: Ericsson Business Review. 1/2008, S. 36–39 (217 KB)

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Definition von Privatleben, Duden
  2. Facebooks Beliebtheit bei Jugendlichen nimmt rapide ab, „The Huffington Post“ in Oktober 2013
  3. Taking Stock with Teens, Piper Jaffray & Co. in Oktober 2013
  4. Gen-Z: Digitial in their DNA, JWTintelligence in April 2012
  5. Meet Generation Z, Katherine Fleming für „Marie Claire“ in Oktober 2010
  6. Generation Z: zwischen Freiheit und Bürde, in „Wir Kaufleute“, 8-9/2013
  7. Studie warnt: Facebook ist ein Beziehungskiller, Yahoo Nachrichten in Juli 2013
  8. When Love Goes Away, Adrien Friggeri, Facebook Data Science in Februar 2014

Weblinks

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