Die-Gen eration-Z

Christian Scholz Gedanken und Materialien zur Generation Z



 

Social Media für Gen-Z

von pc am 7. Juli 2014

Dieser Eintrag stammt von Diana Buzina, Amandine Bour und Lara Hanslik

 

Definition

Unter Social Media wird die Gesamtheit der digitalen Technologien und Medien wie beispielsweise Weblogs, Wikis und soziale Netzwerke verstanden. Diese ermöglichen den Nutzerinnen und Nutzern miteinander zu kommunizieren sowie Inhalte auszutauschen[1].

 

Entwicklung von Social Media

Der Ausgangspunkt für die Entstehung von Social Media ist in der Weiterentwicklung des Internets, vom sogenannten Web 1.0 zum Web 2.0, zu sehen. Der Begriff Web 2.0 wurde im Jahr 2004 in einer Brainstorming-Sitzung von Tim O’Reilly und Dale Dougherty in San Francisco entwickelt. Die im selben Jahr folgende Konferenz von Tim O’Reilly trug somit den Namen „Web 2.0 Conference“ und prägte den Begriff Web 2.0 als Schlagwort für einen neuen Trend der Entwicklung im Web[2].
„Die Web 2.0 Plattformen sind dadurch gekennzeichnet, dass sie die Nutzer zum Mitmachen auffordern, sozialen Austausch ermöglichen, vernetzt sind und aus User Generated Content bestehen“[3]. Der Begriff User Generated Content (UGC) beschreibt alle Formen von Inhalten, die von Nutzern auf Social Media-Plattformen publiziert werden. Hierbei kann es sich um Fotos, Videos und Audio-Dateien, sowie Artikel oder auch Kommentare handeln. Um als UGC bezeichnet zu werden, müssen Inhalte folgende Voraussetzungen erfüllen:

• Die Inhalte müssen im Internet für alle Nutzer frei zugänglich sein.
• Die Veröffentlichungen müssen eine eigene kreative Leistung des Nutzers darstellen.
• Es darf sich bei den Inhalten nicht um professionelle Werbeangebote handeln[4].

Das Web 2.0 bildet somit die Basis ohne die das Hervorgehen neuer Kommunikationsinstrumente nicht möglich ist.

Erscheinungsformen von Social Media

In den letzten Jahren sind die Erscheinungsformen von Social Media zahlreicher und vielfältiger geworden. Einen Überblick bietet die sogenannte Social Media Prisma, welche die deutschsprachige Social-Media-Landschaft grafisch abbildet [5].
Social Media Prisma
Eine der Klassifizierungen der Social Media-Plattformen erfolgt anhand vier verschiedenen Aktivitätskategorien: Communikation, Collaboration, Multimedia Sharing sowie Entertainment. Diese Einteilung ermöglicht eine übersichtliche Kategorisierung, wobei die Grenzen zugegebenermaßen fließend sind [6].

Social Media-Plattformen zur Kommunikation

Weblogs

Bei einem Blog handelt es um eine regelmäßig aktualisierte Webseite mit der umgekehrten chronologischen Reihenfolge der Blogbeiträge, beginnend mit dem aktuellsten Beitrag, dem die älteren Veröffentlichungen folgen. Die Besitzer des Blogs, welche auch Blogger genannt werden, können über verschiedene Themen schreiben sowie seinen Beiträgen andere Inhalte – wie Bilder, Fotos und Videos – hinzufügen. Gleichzeitig können Dritte auf diese Einträge durch eigene Kommentare reagieren, ihre eigene Meinung zu den besprochenen Themen einbringen und/oder mit eigenen Blogs verlinken. Zu den bekanntesten Hauptbestandteilen eines jeden Blogs sind die vom Blogger verfassten und veröffentlichten Nachrichten, die sogenannten „Posts“ [7]. Laut Statista existieren im Oktober 2011 rund 173 Millionen Blogs weltweit, Tendenz stark steigend [8].

Microblogs

Microblogging stellt eine Form des Bloggens dar, bei der nur kurze, SMS-ähnliche Nachrichten übermittelt werden. Microblogging-Plattformem bieten ihren angemeldeten Nutzern die Möglichkeit, eigene Beiträge, mit einer begrenzten Länge von maximal 200 Zeichen, zu veröffentlichen [9]. Das größte und bei weitem erfolgreichste Microblogging-Netzwerk, mit monatlich über 250 Millionen aktiven und über 500 Millionen angemeldeten Nutzern weltweit, ist der Kurznachrichtendienst Twitter [10]. Die folgende Grafik veranschaulicht die prozentuale Verteilung der Twitter-Nutzer in den verschiedenen Altersgruppen [11].

Anteil an Twitternutzern in der Altersgruppe

Foren

Foren stellen eine der ältesten Formen der Sozial Media dar. Internetforen sind virtuelle Plätze zum Austausch von Gedanken, Meinungen, Ideen, Knowhow und Erfahrungen [12]. Es existiert eine Vielzahl an Foren, die sich mit unterschiedlichen Themenbereichen auseinandersetzen und damit den verschiedensten Zielgruppen zuwenden. Innerhalb eines Forums besteht für die angemeldeten Nutzer die Möglichkeit durch Erstellung von Beiträgen Fragen zu stellen oder bestimmte Themen anzusprechen. Weiterhin kann sich der Benutzer an existierenden Diskussionen beteiligen und somit seine Meinung äußern und Fragen beantworten [13].

Soziale Netzwerke

Unter einem sozialen Netzwerk versteht man eine Social-Media-Plattform, die es den Nutzern ermöglicht, mit Freunden aus unterschiedlichen Regionen oder Ländern in Kontakt zu bleiben, neue Freunde gewinnen sowie Bekanntschaften und Personen mit gleichen Interessen zu finden. Die ersten Vertreter sozialer Netzwerke wurden 1995 mit match.com und classmates.com gegründet. Im Jahre 2002 wurde Friendster.com, 2003 Myspace und 2004 Facebook ins Leben gerufen [14]. Die folgenden Diagramme veranschaulichen die stetig steigende Anzahl an aktiven Facebook-Nutzern, sowie deren Altersstruktur [15][16].

Anzahl der aktiven Nutzer von Facebook in Deutschland von Januar 2010 bis Januar 2014 (in Millionen)

Anzahl der aktiven Nutzer von Facebook in Deutschland von Januar 2010 bis Januar 2014 (in Millionen)

Altersstruktur der Nutzer von Facebook in Deutschland im Januar 2014 (in Millionen)

Altersstruktur der Nutzer von Facebook in Deutschland im Januar 2014 (in Millionen)

Social Media-Plattformen zur Kollaboration

Wikis

Ein Wiki (hawaiianisch wikiwiki „schnell“) ist eine Sammlung miteinander verlinkter Webseiten, die von jedermann, zu jederzeit und von jedem Ort aus bearbeitet werden können. Dabei wird es den Besuchern ermöglicht eigene Inhalte hinzufügen und Inhalte anderer direkt online zu verändern. Die wesentliche Stärke eines Wikis ist die sogenannte kollaborative Intelligenz, das heißt, dass die Inhalte durch die Zusammenarbeit kooperierender Nutzer entstehen. Das dezentrale Wissen der Massen wird eingesetzt, um Inhalte zu generieren, und diese dann anschließend allen Nutzern zur Verfügung zu stellen [17].

Media Sharing-Plattformen

Video Sharing YouTube

YouTube ist die bekannteste Video Sharing-Plattform in Deutschland. Der Dienst wurde im Jahre 2005 von drei ehemaligen Paypal-Mitarbeitern gegründet, um Videos leicht ins Internet hochladen, ansehen und mit anderen teilen zu können. YouTube bietet jedem die Möglichkeit, sich bzw. eigene Schöpfungen via Video einem großen Publikum zu präsentieren. YouTube selbst erstellt keine Inhalte, sondern stellt nur die Plattform für die Inhalte seiner Nutzer zur Verfügung. Es werden 4 Milliarden Videos jeden Tag aufgerufen und mehr als 72 Stunden neues Videomaterial pro Minute auf der Plattform veröffentlicht [18].

Photo Sharing

Fotos sind neben der gedruckten Schrift und dem gesprochenen Wort ebenfalls klassische Informationsträger, vor allem wenn man sie mit Fernseher, Video und die digitalen Datenträger vergleicht. Gerade in den letzten Jahren haben Fotos vor allem im digitalen Sektor immer mehr an Bedeutung gewonnen. Die größte und bekannteste soziale Community, um Fotos mit Anderen zu teilen und somit der Branchenprimus ist die Yahoo Tochter Flickr. Weitere populäre Plattformen zum Austausch von Fotos sind Pinterest, Picasa von Google und Instragram von Facebook [19].

Entertainment Plattformen

Virtuelle Welten

Virtuelle Soziale Welten sind Online-Plattformen, die simulierte und interaktive Online-Umgebungen zur Verfügung stellen.
Weit verbreitete Vertreter dieser Virtuellen Welten sind Second Life und WeeWorld.

Online-Spiele

Online-Spiele sind Computerspiele, die online auf internetfähigen Endgeräten gespielt werden. Diese können alleine oder mit weiteren menschlichen Spielern gegeneinander bzw. zusammen gespielt werden. Bekannte Online-Spiele sind: travian, World of Warcraft [20].

Generation Z und vorherige Generationen in Bezug auf die Nutzung von Social Media

Durch den leichten Zugang zum Internet ist die Anzahl an Usern in der Social Media Welt gestiegen. Heutzutage nutzen Millionen von Menschen Social Media im Alltag. Jedoch beweist eine Studie von ARD und ZDF zu diesem Thema starke Nutzungsunterschiede je nach Altersgruppen. Die Generation Z verbringt deutlich mehr Zeit mit Social Media als die vorherigen Generationen und sie sind häufig Mitglied in gleich mehreren sozialen Netwerken (bspw. Facebook, Twitter, Google+).
87 Prozent der 14 bis 19-Jährigen sind aktive Nutzer in den sozialen Netzwerken. Bei den 20 bis 29-Jährigen liegt der Prozentsatz bei 80 Prozent. Jedoch sinkt die Anzahl der angemeldeten Nutzer bei den 30 bis 39-Jährigen auf 55% und bei den 40 bis 49-Jährigen auf 38 Prozent. Aktiver Nutzer ab 50 Jahren, sind in den sozialen Netzwerken, mit 16%, auf einem wesentlich niedrigeren Niveau angesiedelt. Babyboomer sind, im Gegensatz zu der Generation Z, weniger mit Social Media beschäftigt.
Bei den 14 bis 19 Jährigen ist die Nutzungshäufigkeit am höchsten. 75 Prozent der Jugendlichen besuchen die sozialen Netzwerke täglich, parallel dazu sind es bei den Nutzern ab 50 und aufwärts, nur 38 Prozent.
Ein deutlicher Zusammenhang zwischen Alter und Nutzungsdauer ist auch festzustellen: die Generation Z verbringt durchschnittlich 87 Minuten pro Tag in den sozialen Netzwerken, während die Nutzungszeit bei Menschen der Generation Babyboomer bei 43 Minuten liegt, was gerade einmal der Hälfte der Nutzungszeit der Generation Z entspricht.
Gründe für die Nutzungsunterschiede zwischen den verschiedenen Generationen können vielfältig sein. Das Hauptmotiv für die Nichtmitgliedschaft bezieht sich, für 93 Prozent der Personen, die kein Benutzerprofil in einem privaten Netzwerk haben, auf die Vorliebe für andere Kommunikationswege. Das Datenschutzthema kann die Anzahl der Anmeldungen ebenfalls vermindern, da sich die vermeintlichen Nutzer vor einem Datenmissbrauch fürchten (ARD/ZDF-Onlinestudien 2013).

Negative Aspekte und Auswirkungen

Social Media und das Thema Cybermobbing

Social Media übernimmt in der Generation Z einen immer größer werdenden Anteil am persönlichen Leben. Das Darstellen der eigenen Persönlichkeit auf Netzwerken mit Bildern und Kommentaren sorgt nicht immer für Zuspruch der virtuellen Freunde. Das Thema Cybermobbing hat in der Generation Z einen neuen Höhepunkt erreicht. Nach Angaben von Statistiken [21] wurden 58 Prozent der Generation Z schon einmal online beleidigt oder beschimpft. 30 Prozent waren entweder Opfer oder waren selber der Übeltäter.
Insbesondere in der Schulzeit wird die Generation Z mit dem Thema Cybermobbing konfrontiert. War es in früheren Zeiten möglich Spott und beleidigenden Kommentaren in der Schule aus dem Weg zu gehen, so ist mit dem Cybermobbing eine neue Dimension entstanden, die wesentlich weitere Kreise in Bezug auf die Verbreitung ziehen kann.

Social Media und die Arbeitswelt

2020 wird die Generation Z rund 36 Prozent der weltweiten Arbeitskräfte darstellen [22]. Mit der Generation Z und ihrer Affinität zu den sozialen Netzwerken wird es für Firmen in Zukunft unumgänglich sein, im Wettbewerb um die potenziellen Arbeitskräfte dort vertreten zu sein. Es existieren bereits mehrere Ansätze wie die Generation Z in der Social Media Welt am besten erreicht werden kann und das Unternehmen optimal dargestellt wird.

Einen negativen Aspekt, den die Social Media mit ihren Netzwerken auf die neue Generation ausüben kann, ist die Kontrolle der potenziellen Arbeitgeber über soziale Netzwerke. Bevor eine Person neu eingestellt wird, ist es immer häufiger Gang und Gebe, dass der neue Chef oder die Personalabteilung die Person vorab in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter überprüft. Tauchen Bilder oder gehässige Posts auf, überlegt sich der Arbeitgeber, ob es wirklich die richtige Person für sein Unternehmen ist. Ein Appell an die Generation Z sollte daher sein, dass immer vorher überdacht wird, was gepostet wird und wer es sehen kann.

Dieser Eintrag stammt von Diana Buzina, Amandine Bour und Lara Hanslik.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Social Media. In: Duden. Abgerufen am 06. Juli 2014.
  2. Was ist Web 2.0?. In: O’Reilly. Abgerufen am 06. Juli 2014.
  3. User-Generated Content. In: Gründerszene. Abgerufen am 06. Juli 2014.
  4. Kaplan, Andreas M.; Haenlein, Michael (2010): Users of the world, united! The challenges and opportunities of Social Media. Business Horizons 53(1): 59-68
  5. Social Media Prisma. In: Ethority. Abgerufen am 06. Juli 2014.
  6. BVDW (Hrsg.): Social-Media-Kompass. Düsseldorf, 2009, S. 6-9
  7. Blog. In: Gabler Wirtschaftslexikon. Abgerufen am 06. Juli 2014.
  8. Anzahl der Blogs weltweit von 2006 bis 2011 (in Mio., jeweils Oktober)
    . In: Statista. Abgerufen am 06. Juli 2014.
  9. Schwarz, Florian (2013): Unternehmenskommunikation im Social Web erfolgreich gestallten – Wie Social Media Marketing erfolgreich als Kommunikationsinstrument eingesetzt werden kann. S. 30
  10. 25% mehr Nutzer im 1. Quartal 2014 . In: Statista. Abgerufen am 06. Juli 2014.
  11. Studie: Twitter-Nutzer sind jung, städtisch und mobil. In: Netzpiloten. Abgerufen am 06. Juli 2014.
  12. Zarrella, D. (2010): The Social Media Marketing Book. S. 142
  13. Hettler, U. (2010): Social Media Marketing. S. 93-94
  14. Zarrella, D. (2010): The Social Media Marketing Book. S. 149
  15. Studie: Twitter-Nutzer sind jung, städtisch und mobil. In: Statista. Abgerufen am 06. Juli 2014.
  16. Altersstruktur der Nutzer von Facebook in Deutschland im Januar 2014 (in Millionen) . In: Statista. Abgerufen am 06. Juli 2014.
  17. Was ist ein Wiki?
    . In: Richard Cyganiak. Abgerufen am 06. Juli 2014.
  18. Statistiken und Umfrageergebnisse zur Videoplattform YouTube. In: Statista. Abgerufen am 06. Juli 2014.
  19. Grabs, A.; Bannour, K. (2012): Erfolgreiches Social Media Marketing mit Facebook, Twitter und Co. Von der Planung bis zum Monitoring und Reputation Management. S. 362 ff.
  20. BVDW (Hrsg.): Social-Media-Kompass. Düsseldorf, 2009, S. 9
  21. Getting Generation Z. Abgerufen am 06. Juli 2014.
  22. Soziale Netzwerke: Ansprache der Generation Y. Abgerufen am 06. Juli 2014.

Weblinks

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