Die-Gen eration-Z

Christian Scholz Gedanken und Materialien zur Generation Z



 

„Viele Rechte“ als Motto für Gen-Z

von pc am 24. Juni 2014

Dieser Eintrag stammt von Eric Scheid, Stanislav Kotovych und Giorgi Sebiskveradze

 

Generation Z (kurz: Gen Z) beschreibt Personen, die in der Regel ab 1995 geboren wurden. Eine Zuordnung zu den einzelnen Generationen (Baby Boomer, Gen-X, Gen-Y, Gen-Z) ist jedoch nicht zwangsläufig mittels Geburtsjahren gegeben. So gibt es in der Realität auch 50-jährige, die in die Gen-Z eingestuft werden können, sowie 17-jährige, die eher zur Gen-X passen. Die genannte Gen-Z lässt sich in der Darwiportunismus-Matrix (Weblink zu Artikel) [8] im Darwiportunismus Pur einordnen. Generation Z verlangt sich viele Rechte und bekommt diese auch,was im Folgenden genauer betrachtet wird.

Hintergründe der vielen Rechte für Gen-Z

Mitglieder der Gen-Z werden auch als Digital Natives bezeichnet [2], da sie die digitalen Technologien schon im Kindesalter beherrschen und lebenslang nutzen. Diese Technologien sind weder privat noch beruflich wegzudenken, so finden Teambesprechungen im Job zunehmend in der virtuellen Welt statt. Gen-Z strebt nach Anerkennung und sieht ihre eigene äußere Darstellung als sehr wichtig an, wobei auch Netzwerke eine wichtige Rolle spielen. Die Generation Z zeigt keine Loyalität gegenüber Unternehmen oder Personen und trennt Privates und Berufliches strikt [2, 3]. Der wohl wichtigste Hintergrund für die Forderung und Gewährung von vielen Rechten von bzw. für Generation Z ist die Tatsache, dass es sich bei dieser Generation um Personen handelt, die keineswegs Teamplayer, sondern Individualisten und Realisten sind, die nur ihre eigene Person, ihre Ziele und ihren Nutzen in den Mittelpunkt stellen [2]. Für sie geht es sowohl beruflich als auch privat -also in jeglicher Hinsicht- nur um ihre persönliche Maximierung des Einkommens und der Lebenslust [2]. Damit sind sie klar von ihrer Vorgängergeneration Y abzugrenzen.

Auswirkungen

Mitglieder der Gen-Z sind es gewohnt zu bekommen was sie möchten. Diese gewohnte Bedürfnisbefriedigung, gepaart mit einem allgemein hohen Wohlstandsniveau [7] lehrte die Gen-Z, dass sie gebraucht wird. Anders als ihre unmittelbaren Vorgänger müssen sich Personen aus der Generation Z nicht mehr um Arbeitsplätze streiten. Im Gegenteil – jetzt sind es die Arbeitgeber welche versuchen die qualifiziertesten Fachleute, oder überhaupt Fachleute für ihr Unternehmen zu gewinnen. Auf der anderen Seite lebt Gen-Z aber auch in einer wechselhaften Zeit – die Welt definiert sich neu. Globalisierung [1], Vernetzung,  massenhafte Überwachung, neue Glaubenskriege und Krisen im Wirtschafts- und Finanzsystem machen die Zukunft unsicher. Generation Z versucht mit dieser Unsicherheit umzugehen, indem sie sich auf sich selbst konzentriert. Sie ist eine Generation voller Individualisten [2]. In einer Welt die voll ist mit Individualisten, versucht man sich seinen Platz durch Qualifikation zu sichern. Bei Gen-Z ist ein natürliches Leistungsdenken zu beobachten, welches schon im frühen Alter anfängt [7]. Man baut sich seine eigene Welt mit beruflicher Zukunft dank Qualifikation, mit Facebook-Profil und Instagram-Feed um sich auch ein wenig von den Schwierigkeiten der großen Welt abzuschotten. Fühlt sich Gen-Z doch einmal durch einen Tatbestand in der Welt bedroht, startet man eben eine Onlinepetition. Generation Z fühlt sich wenig verpflichtet, nimmt sich aber viele Rechte (siehe auch [Link zum Artikel “ ‚Wenig Pflichten‘ als Motto für Generation Z“]. Auch bei der Arbeitgeberwahl heißt es ohne Rücksicht auf Konsequenzen, die für einen persönlich günstigste Gelegenheit zu nutzen [7]. Die Rechte des Individuums nehmen im Vergleich zu denen der Gemeinschaft zu [6]. Dazu geführt hat unter Anderem auch die digitale Welt in der es keine wirklichen „Gesetze“ gibt bzw. gab. Die Politik und das Rechtssystem hinkt hier hinterher. Die Generation Z, welche in diesem rechtlichen Grauraum aufgewachsen ist versteht es vorzüglich Rechte eher als Richtlinien auszulegen. Politiker und Anwälte machen vor wie gut sich Gesetze dehnen lassen. Man bewegt sich ohne großes Risiko an einer Grenze zum gerade noch Geduldeten. Filesharing von Musik und Videos ist zwar verboten, dennoch sind die heute noch überwiegend jungen Mitglieder der Generation Z sehr findig darin, sich aktuelle Musik und Filme kostenlos zu organisieren. Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie Gen-Z in der Lage ist sich aus schwammigen Rahmenbedingungen Rechte zu verschaffen. Frei nach dem Motto von Pippi Langstrumpf „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt“ setzt sich Gen-Z leichtfüßig über altbekannte Werte hinweg um die eigene Zufriedenheit zu steigern [4].

Zukünftige Herausforderungen

In Zukunft muss sich die Personalarbeit differenzieren – sie muss sich auf die verschiedenen Generationen einstellen und an diese anpassen. Demzufolge braucht man die Entwicklung spezieller Führungsmuster, die auf die Generation Z zugeschnitten sind. Solche Muster müssen kurztaktiger und erlebnisorientierter sein als die Bisherigen [2].

Sowohl die Gesellschaft, als auch die Arbeitgeber müssen sich gut überlegen, wie sie mit Individualisten, die sich alle Rechte rausnehmen, sich aber zu nichts verpflichtet fühlen, umgehen. Es ist eine Herausforderung für die zukünftige Gesellschaft, die immer mehr aus Menschen der Generation Z bestehen wird und somit eine Herausforderung der Generation Z an sich selbst.

Literatur

  • [1] Wolfgang Appel, Birgit Michel-Dittgen (Hrsg.): Digital Natives. Was Personaler über die Generation Y wissen sollten. Springer Fachmedien, Wiesbaden 2013, ISBN 978-3-658-00542-9
  • [2] Christian Scholz: Generation Z: Willkommen in der Arbeitswelt In: Der Standard. 6. Januar 2012; [Link]
  • [3] Vorlesungsunterlagen
  • [4] Pippi Langstrumpf

Siehe auch

  • [5] http://de.wikipedia.org/wiki/Generation_Z, abgerufen am 29. Juni 2014
  • [6] http://de.wikipedia.org/wiki/Individualismus, abgerufen am 29. Juni 2014

Weblinks

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